Restaurierungs- und Forschungsprojekt: „Die Holzarchitektur der Liao – Struktur, Geschichte, Erhalt“
  • Abb. 1: Eingang zum Dule-Tempel (Jixian, Prov. Tianjin)
  • Abb. 2: Der Guanyin-Turm des Dule-Tempels
  • Abb. 3: Vor der Daxiongbau-Halle des Fengguosi (Yixian, Prov. Liaoning)
  • Abb. 4: Im Ausbildungszentrum für Architektur-Ausstattung des Palastmuseums, Peking: Nachbau eines Konsolsystems

Der weitreichenden Untersuchung und Erforschung neuer Aspekte der liao-zeitlichen Architektur in Nordost-China dient ein Bauforschungs- und Restaurierungsprojekt, das derzeit unter Leitung von Prof. Thekla Schulz-Brize (OTH Regensburg) in Kooperation mit der Chinese Academy of Cultural Heritage (CACH) vorbereitet wird.

 

Zu diesem Zweck reiste eine vierköpfige Gruppe deutscher Wissenschaftler und Spezialisten (Bauforscher, Vermesser, Restaurator) vom 23.10. bis 1.11.2013 nach China. Dort war das genaue Vorgehen bei den aufwändigen Arbeiten vor Ort zusammen mit chinesischen Kollegen zu planen und für die Beantragung der finanziellen Mittel bei einem deutschen Geldgeber zu konkretisieren.

 

Das dichte Programm der Reise führte insbesondere zur Fengguo-Halle in Yixian (Provinz Liaoning) und zum Guanyin-Turm des Dule-Klosters in Jixian (Provinz Tianjin). Die ca. 1000 jährigen Holzbauten werden im Mittelpunkt der Untersuchung stehen. In ihrer Komplexität und ihrem konstruktiven Raffinement stellen sie einen Höhepunkt der chinesischen Architektur dar.

 

Gravierende Schäden an der Ausstattung, insbesondere an den Wandmalereien und an den Skulpturen machen eine Restaurierung dringend erforderlich, die auf jeden Fall mit einer eingehenden Untersuchung der konstruktiven Gegebenheiten des jeweiligen Gesamtbaus in Zusammenhang stehen sollte.

Auf der Grundlage modernster Vermessungsmethoden soll auch wissenschaftlichen Fragen der Bauforschung nachgegangen werden, deren Methoden bisher in China noch nicht etabliert sind. Hiervon werden Rückschlüsse auf die komplizierte Konstruktionsweise, auf die Ausbildung der Konsolensysteme sowie auf Fragen des Entwurfs und der Standardisierung der Einzelbauteile erwartet. Von der vergleichenden Einordnung der Bauten innerhalb der Architektur jener Zeit erhoffen wir uns generell neue Erkenntnisse zur Frage nach der Besonderheit und Einzigartigkeit der liao-zeitlichen Architektur.

 

Das ins Auge gefasste Projekt soll ab Mitte 2014 durchgeführt werden.

 

Die Finanzierung der Projektreise verdanken wir dem DAI sowie dem Förderprogramm ‚Projektbezogener Wissenschaftleraustausch’ des Bayerischen Hochschulzentrums für China.

 

Teilnehmer:
Prof. Thekla Schulz-Brize (OTH Regensburg), Martina Oeter (OTH Regensburg), Dipl.-Ing. Klaus Mechelke (HCU Hamburg), Dr.-Ing. Klaus Müller (HS Augsburg), Dipl.-Ing. Liu Yan (Peking) 

Autor

Klaus Müller

Wie man diese Seite zitiert:

Bridging Eurasia , Juli 2015 , bridging-eurasia.org/de/node/304
Zugriff:20 September, 2017 - 13:11