Konservierung und Restaurierung von archäologischem Leder
  • Abb. 1: Peking, Chinesische Akademie für Kulturerbe. Titelseite der Broschüre zum Kurs für Lederrestaurierung an der Chinesischen Akademie für Kulturerbe in Peking.  Foto: DAI.
  • Abb. 2: Peking, Chinesische Akademie für Kulturerbe. Restaurierung eines Lederstiefels aus Hami, Autonome Region der Uyguren Xinjiang. Foto: Joy Zhou.
  • Abb. 3: Peking, Chinesische Akademie für Kulturerbe. Lederstiefel aus Hami, Autonome Region der Uyguren Xinjiang, nach der Restaurierung. Foto: Joy Zhou.
  • Abb. 4: Peking, Chinesische Akademie für Kulturerbe. Reinigung von Lederobjekten aus Hami, Autonome Region der Uyguren Xinjiang. Foto: Joy Zhou.
  • Abb. 5: Offizielle Zeugnisübergabe am Ende des Kurses für Lederrestaurierung im LVR-LandesMuseum Bonn. Foto: LVR-LandesMuseum Bonn.

Leder war eines der wichtigsten Materialien für Kleidung und Ausrüstung in Xinjiang im 1. Jt. v. Chr. Trotz der vielen erhaltenen Lederobjekte gibt es keine Lederrestauratoren. Das Projekt „Silk Road Fashion“ bildet sie aus.

Als Bestandteil des Verbundprojekts „Silk Road Fashion“ fand von August bis Dezember 2013 ein Kurs zur Restaurierung von Leder in Peking und Bonn statt. Spezialisten der Chinesischen Akademie für Kulturerbe, des LVR-LandesMuseum Bonn und der Außenstelle Peking des Deutschen Archäologischen Instituts unterwiesen acht chinesische Kuratoren im sachgerechten Umgang mit Lederfunden.  Die Teilnehmer kamen aus verschiedenen Museen in China, die alle Leder in ihren Sammlungen und damit konservatorische Probleme haben. Ziel war es, theoretisch und praktisch zu lernen, wie der Erhaltungszustand von Leder in Museumsbeständen beurteilt werden kann und welche Maßnahmen zu Pflege, Restaurierung, Aufbewahrung  und Ausstellung ergriffen werden können.

 

Ergebnisse

Im ersten Teil des Kurses in Peking wurde vor allem Wissen über traditionelle Handwerkstechniken der Lederbearbeitung  vermittelt. In praktischen Übungen wie der Herstellung von chinesischen Schattenspielfiguren konnten die Kursteilnehmer den Umgang mit verschiedenen Materialarten üben. Einen Überblick über archäologisches und ethnographisches Leder sowie traditionelle Gerbverfahren in Europa und Nordamerika gab Frau Prof. Mayke Wagner, DAI Eurasien-Abteilung Außenstelle Peking.

Der zweite Teil des Kurses wurde zunächst in Peking von Frau Regine Vogel, Restauratorin für archäologisches Kulturgut am LVR-LandesMuseum Bonn, in Peking und in Bonn geleitet. In praktischen Arbeitsschritten ging es dabei um Untersuchung, Dokumentation, Konservierung und Bedingungen optimaler Lagerung von archäologischem Leder. Mit großer Sorgfalt wurden in Peking alle Arbeitsschritte an einem Paar ca. 2500 Jahre alte Stiefel vom Fundplatz Wupu, Museum der Region Hami, Xinjiang, erprobt. Nach der umfassenden Dokumentation und Reinigung konnten sogar die beiden Stiefelschäfte wieder aufgerichtet werden.
In Bonn informierten sich die chinesischen Kuratoren im Dezember über Werkstattausrüstungen und Installationen in Ausstellungsräumen. Sie wurden mit den Besonderheiten der Konservierung und Restaurierung von Nassleder vertraut gemacht. Nach einer mündlichen Prüfung wurde den Kursteilnehmern ihr Zeugnis von der Direktorin des LVR LandesMuseums Bonn, Frau Dr. Uelsberg, Herrn Prof. Dr. Michael Schmauder und Frau Prof. Dr. Mayke Wagner überreicht.

Teile des Unterrichts und der praktischen Arbeiten wurden mit Fotos und Video-Aufnahmen dokumentiert. Sie dienen der Produktion eines Lehrvideos und eines Handbuchs.

 

Projekt- und Kooperationspartner
  •         Deutsches Archäologisches Institut, Eurasien-Abteilung, Außenstelle Peking
  •         Chinesische Akademie für Kulturerbe
  •         Denkmalamt der Autonomen Region der Uyguren Xinjiang
  •         Museum der Region Hami, Xinjiang
  •         LVR LandesMuseum Bonn

 

Projektförderung
 
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
 
Das Projekt ist Teil der Schwerpunktförderung „Sprache der Objekte“ des BMBF:
http://www.bmbf.de/de/21609.php
http://www.bmbf.de/press/3500.php
 
 
Ansprechpartner

Deutsches Archäologisches Institut, Außenstelle Peking der Eurasien-Abteilung, Im Dol 2-6 Haus 2, 14195 Berlin

Patrick Wertmann, M.A. (patrick [dot] wertmann [at] dainst [dot] de)
Prof. Dr. Mayke Wagner (mayke [dot] wagner [at] dainst [dot] de)
 

Übergeordnetes Projekt

Autor

Mayke Wagner

Wie man diese Seite zitiert:

Bridging Eurasia , Juli 2015 , bridging-eurasia.org/de/node/333
Zugriff:26 März, 2017 - 05:35