Jomon-Kultur auf Hokkaido, Japan
  • Ausgrabung und Fundplatzmuseum Ofune. Foto: M. Wagner/DAI
  • Keramik der Jomon-Zeit (Neolithikum) nach Perioden geordnet. Foto: P. Tarasov/FUB
  • Jagen und Zerlegen von Fisch spielte eine herausragende Rolle, deshalb werden besonders viele Geräte entdeckt und ausgegraben, die dafür erfunden und genutzt wurden. Foto: M. Wagner/DAI
  • Stärke gewann man nicht aus Getreide, sondern aus Esskastanien. Foto: M. Wagner/DAI
  • Ausgrabung Usujiri bei Hakodate, August 2014. Foto: M. Furusaki/DAI

Mit vergleichender Perspektive werden die Anfänge und ersten Jahrtausende der menschlichen Besiedlung Nordostasiens studiert. Auf der Insel Hokkaido nutzten die Menschen die Küsten im Nordpazifik zur Ausprägung besonderer Kulturformen.

Auf Hokkaido, der nördlichsten Inselgruppe Japans, begannen die Menschen schon etwa 9000 Jahren v. Chr. Gefäße aus Keramik herzustellen. In ortsfesten Ansiedlungen lebten sie aber dann noch nicht und mit dem Anbau von Feldfrüchten begannen sie sich erst mehrere Jahrtausende später zu befassen. Das ist im Vergleich mit den Entwicklungen in Westasien und auch in China sehr ungewöhnlich. Wir gehen der Frage nach, warum die frühesten Bewohner Nord-Japans andere Strategien des Wirtschaftens erfunden haben.

 

Forschungsziele

Die Entwicklungsprozesse von lokalen Wildbeutergruppen mit Spezialisierung auf küstennahe Meeresfrüchte zu regional vernetzten bäuerlichen Gemeinschaften zu verstehen, ist Ziel des Forschungsvorhabens.

 

Ergebnisse

Seit 2011 ist die Außenstelle Peking mit diesem Projekt externer Kooperationspartner des Baikal Hokkaido Archaeology Project (BHAP). Das BHAP ist eines der erfolgreichsten Forschungsprogramme in Nordostasien, das Archäologie und Ethnographie mit osteoarchäologischen, chronometrischen und paläoklimatischen Studien verbindet. Hauptpartner sind die University of Alberta, Edmonton, Kanada, die Staatliche Universität Irkutsk, Russische Föderation, und die Hokkaido-Universität Sapporo, Japan. Sie betreiben gemeinsam eine Ausgrabung auf der Insel Rebun, Nord-Hokkaido. Wir tragen zu diesem Projekt vergleichende Perspektiven und Expertisen aus Süd-Hokkaido und China bei und sind für Datierung und Gesamtchronologie verantwortlich. Das wichtigste Ergebnis 2013 waren die Datierungen von 57 Proben aus einem natürlichen Sedimentkern auf Rebun, mit denen ein durchgehendes chronologisches Modell der letzten 17.000 Jahre geschaffen wurde. Damit können zukünftig archäologische Funde und Umweltereignisse auf Hokkaido bestimmt, eingeordnet und korreliert werden.

 
 
Kooperationspartner
 
  • Jomon Center HakodaJapan, Chiharu Abe
  • University of Alberta Edmonton, Kanada, Prof. Dr. Andrzej Weber
  • Freie Universität Berlin, Institut für Geologische Wissenschaften, Prof. Dr. Pavel Tarasov

 

Ansprechpartner
 
Deutsches Archäologisches Institut, Außenstelle Peking der Eurasien-Abteilung, Im Dol 2-6 Haus 2, 14195 Berlin

Prof. Dr. Mayke Wagner (mayke [dot] wagner [at] dainst [dot] de)

Autor

Mayke Wagner

Wie man diese Seite zitiert:

Bridging Eurasia , September 2014 , bridging-eurasia.org/de/node/334
Zugriff:20 September, 2017 - 13:16